Aufgewacht – Job gekündigt – Kindheitstraum erfüllt

Von Alina Helbing

Was in London, Oslo oder Paris funktioniert, klappt auch in der Kultstadt Köln am Rhein. Seit bereits mehreren Jahren fahren mehrmals täglich große gelbe Doppeldecker-Busse durch ganz Köln, um Touristen die Highlights der Stadt zu zeigen. Egal ob groß oder klein, jung oder alt, fast jeder ist begeistert von den Touren die mit Audioguides geführt werden. Einen dieser beliebten gelben Riesen fährt der gebürtige Kölner Markus. IMG_3105

Mit einem Lächeln auf den Lippen, ab und zu aufschauend von seiner Zeitung, sitzt Markus in seinem Hop-On Hop-Off Bus – noch braun gebrannt vom letzten Urlaub entspannt zurückgelehnt im Fahrersitz mit der Lesebrille auf der Nase und einem gelben Shirt. Gegenüber vom Dom, an der Burgmauer, genießt er die letzten Minuten seiner Pause, bevor wieder Touristen kommen, um sich von ihm Köln zeigen zu lassen. Menschen mit vollgestopften Einkaufstüten schlängeln sich am Bus vorbei, halten nicht inne, rasen hastig weiter. Es scheint als würde nichts stillstehen, doch Markus lässt sich davon nicht beeinflussen. Die Bustür geht auf, geht zu. Laue Frühlingswinde säuseln durch die Kastanienbäume, die neben der Burgmauer nahe dem großen Gefährt stehen. Noch nicht lange ist Markus der Fahrer des Busses, denn erst seit drei Jahren ist er wieder zurück in Köln. Er hat sieben Jahre lang in Südafrika, in Kapstadt gelebt. Eigentlich aber ist Markus australischer Staatsbürger und hat die letzten 20 Jahre dort verbracht. Am anderen Ende der Welt war sein Beruf Koch und er hat seinen Traum gelebt. Verschiedenste Speisen hat er zubereitet und serviert, doch auch jeder Traum geht mal zu Ende. Von heute auf morgen hat er beschlossen, seinen Job an den Nagel zu hängen und zu kündigen. Gesagt, getan. Morgens aufgewacht sagt er, es sei schon immer sein Kindheitstraum gewesen, ganz große Autos zu fahren und genau aus diesem Grund habe er so agiert. Warum also diesen Traum nicht ausleben?

Bereits bei der Bundeswehr vor vielen Jahren war er LKW-Fahrer und hat dies erfolgreich gemeistert, sodass er nach der Erkenntnis er wolle jetzt Busfahrer werden, auch noch den Führerschein zu diesem absolviert hat. Seit drei Jahren nun fährt er den Bus und ist stets freudig bei der Sache dabei. „Es ist total entspannt hier. Es sind leichte Arbeitszeiten von morgens ab 10 bis abends etwa 17 Uhr“, säuselt der Kölner mit einem Lächeln auf den Lippen. Auch der Bus und dessen Ausstattung und das Fahren generell gefällt ihm gut. Ebenso die Menschen um ihn herum. „Die Menschen sind offen und freundlich, besonders natürlich die Kölner. Die lustige Art haben sie nicht verloren in der Zeit wo ich weg war. Das mag ich“, schmunzelt er.
Doch auch wenn er die Offenheit der Kölner sehr zu schätzen weiß, hält ihn hier außer seiner Mutter und seiner Lebensgefährtin nicht viel. „Wenn ich ehrlich bin würde ich auch morgen schon wieder nach Australien zurückgehen.“

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